Selten in den letzten Jahren war die Wahl des Bundestages so spannend wie im Jahr 2021. Die Ära Merkel geht zu Ende und es gilt, eine neue Bundesregierung zu wählen, die vor immensen Herausforderungen stehen wird. Aber wer darf überhaupt wählen? Viele junge Leute bedauern, dass sie erst ab dem Alter von 18 Jahren ihre Stimme abgeben dürfen.

Vor diesem Hintergrund fand am 17.09.21 die U18-Wahl für alle Kinder und Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren statt, die deutschlandweit immer 9 Tage vor den eigentlichen Wahlen stattfindet und eine Art Pendant zu den „echten“ Bundestagswahlen darstellt. Organisiert wurde diese Jugendwahl in Bruchsal vom Jugendgemeinderat (JGR), dessen Sprecher Merlin Baschin Schüler in der K2 am Schönborn-Gymnasium ist. Am SBG fand die U18-Wahl in Kooperation mit der SMV statt, wurde von Merlin Baschin und Stefanie Hoffmann (vgl. Foto) organisiert und von dem Vertrauens- und Gemeinschaftskundelehrer Wolfgang Schneider betreut. Klassenweise wurden die Schülerinnen und Schüler von den Wahlhelfern abgeholt, so dass man sich auch im Unterricht mit der Wahl auseinandersetzte und ein Beitrag zur politischen Bildung geleistet werden konnte.

Anders als bei der Bundestagswahl hatten alle jungen Wählerinnen und Wähler nur eine

Stimme, die Wahl eines Direktkandidaten war nicht möglich. Am SBG lagen die Grünen deutlich vorne mit 28,7 %, gefolgt von der FDP (19,2 %), der SPD (13,6 %) und der CDU (12,6 %). So erstaunte Merlin auch die Stärke der FDP und die Schwäche der CDU, es gab aber auch einige Unterschiede bei den teilnehmenden Schulen (diese sind auf dem Instagram-Kanal des JGR abrufbar). Ansonsten zeigte sich die SMV zufrieden, dass eine frühe Auseinandersetzung mit der Politik durch die U18-Wahl gelungen sei.

Dass die Grünen an der Spitze lagen, erscheint nicht besonders erstaunlich, ist es doch gerade diese Partei, die schon länger wirklich ernst machen will mit dem Klimaschutz, was der aktuellen „Fridays for future“-Bewegung stark entgegenkommt. Auch thematisiert deren Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock immer wieder die Interessen von Kindern und Jugendlichen und die Partei setzt sich für ein Wahlrecht bereits mit 16 Jahren ein, wovon auch eine aktuelle Online-Petition zeugt.

Auf jeden Fall bot diese Wahl Stoff für viele politische Diskussionen. Gerade junge Menschen sind von politischen Entscheidungen nicht selten besonders betroffen, wie sich etwa in der Pandemie beim wiederholten Schließen von Schulen gezeigt hat. Und gerade die Generationengerechtigkeit kommt oft zu kurz, weil nicht langfristig genug gedacht wird.

Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels lagen die Wahlergebnisse vom 26.09. noch nicht vor – es zeichnete sich aber bereits ab, dass es eine komplizierte Regierungsbildung aus voraussichtlich drei Parteien geben dürfte. Und so steht zu hoffen, dass in den Koalitionsverhandlungen die berechtigten Interessen von Jugendlichen gebührend berücksichtigt werden – dass man endlich ernst macht mit dem Klimaschutz und mehr Geld in Schulen und Bildung investiert.

Die U18-Bundestagswahl am SBG stößt auf reges Interesse