Martin Resch bei seinem Einführungsvortrag über „KI“ in der Mensa des SBG

Am Montag, den 9. Februar konnte man sich am Schönborn-Gymnasium einen ganzen Tag lang mit dem viel diskutierten Thema „KI“ auseinandersetzen – sämtliche Lehrerinnen und Lehrer der Schule, aber auch interessierte Schülerinnen und Schüler sowie einige Eltern nutzten die Gelegenheit, sich auf diesem sehr aktuellen, aber auch sehr vielschichtigen Feld weiterzubilden.

Bei der Begrüßung betonte Schulleiterin Daniela Seebach, wie vielfältig die Herausforderungen einer von in immer mehr Bereichen zum Einsatz kommenden Künstlichen Intelligenz seien. An der Schule stellten sich mit Chat-GPT und Konsorten inzwischen viele brennende Fragen: Hat die GFS vielleicht eine KI geschrieben – und wie kann man das nachweisen? Welche Leistungen hat ein Schüler wirklich selbst erbracht? Wird man demnächst die Prüfungskultur anpassen müssen? Vieles bei KIs sei sehr attraktiv, aber vieles eben auch sehr problematisch. Bei Künstlicher Intelligenz gehe es immer darum, Chancen und Risiken abzuwägen: „Man muss mit der Zeit gehen – und dafür gehört es dazu, die Hilfsmittel sinnvoll zu nutzen.“ Und hierbei dürfe man auch ethische Aspekte nicht vergessen.

Die Schulleiterin des Schönborn-Gymnasiums Daniela Seebach bei ihrer Begrüßung

An KI kommt keiner mehr vorbei. Dies betonte Martin Resch, Fachberater für Mathematik und Fortbildner im Bereich von KI, in seinem sich anschließenden Einführungsvortrag über Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz. Gleich zu Beginn räumte er mit einigen Vorurteilen auf: Ein Bildschirm könne keinen Lehrer ersetzen, und sei er auch noch so intelligent. Und – noch viel wichtiger – KI sei nicht wirklich intelligent, eigentlich sei sie eher dumm. Ein LLM (Large Language Model) wie ChatGPT hat kein Verständnis, keine Begriffe, kennt keine Wahrheit, kann ohne Hilfsprogramme nicht einmal rechnen. Natürlich hat es auch kein Bewusstsein und keine Emotionen, wie das manchmal suggeriert wird. Als Sprachmodell arbeitet ein LLM letztlich nur mit stochastischen Formeln, berechnet nur Wahrscheinlichkeiten für das nächste passende Wort (oder Token) und hat deshalb auch nur „Modellwissen“. Dies erläuterte Resch sehr sachkundig und facettenreich. Gleichzeitig aber betonte er auch, dass es für Lehrer eben auch einige klare Vorteile von KI gebe, sei es Zeitersparnis oder bessere Ergebnisse. Hierfür müsse man sich aber auskennen, um wirklich sinnvoll mit diesem neuen Gegenstand bzw. Werkzeug umgehen zu können.


Im Anschluss an die Keynote konnten mehrere Workshops besucht werden, um eben diesen Umgang besser zu erlernen und Tipps für die Praxis zu bekommen. Hierbei ging es um „Richtig prompten“, wobei Wolfgang Schneider Workshops für Anfänger und Fortgeschrittene Anfänger anbot. Sehr hilfreich waren hier die zahlreichen Beispiele aus der Praxis, die deutlich machten, dass Prompting ein Skill ist, der eingeübt werden muss. Wenn man dabei einige Grundregeln beachtet, kann man mithilfe von durchdachtem und differenziertem Prompting deutlich bessere Ergebnisse erzielen.
Dr. Daniel Wiesler wiederum führte das Kollegium in seinen Workshops zu „Fobizz“ in die Schulplattform ein, für die es am SBG eine Schullizenz gibt. Zahlreiche Tools, Plugins, unterschiedliche KIs und viele ergänzende Programm können bei „Fobizz“ von den Lehrkräften des SBG genutzt werden. Auch hier waren die vielen praxisnahen Tipps und Möglichkeiten zum Ausprobieren sehr wertvoll für die Teilnehmenden.

Martin Resch vom ZSL; Dr. Daniel Wiesler, Schulleiterin Daniela Seebach und Wolfgang Schneider, die Organisatoren vom SBG (v.l.n.r.)

Darüber hinaus gab es noch interessante Workshops zur „Aufgaben- und Prüfungskultur mit Künstlicher Intelligenz“, die von dem sachkundigen Martin Resch angeboten wurden, und auch einen extra Workshop für Schüler und Eltern von Lisa Petermann.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Mensa des SBG warteten dann am Nachmittag noch weitere Workshops auf die Lehrinnen und Lehrer, die nach Fachbereichen untergliedert waren. Hier konnten jeweils fachspezifische Herangehensweisen kennengelernt und eingeübt werden sowie konkrete Tipps für einzelne Fächer gesammelt werden. Zu diesem Zweck waren Fachberater des ZSL an das SBG eingeladen worden.

Die externen Fortbildner vom ZSL lauschen der Danksagung des Verantwortlichen Wolfgang Schneider vom SBG: Kai-Arwed Unger (Naturwissenschaften), Tobias Gerber (Gesellschaftwissenschaften), Beatrix Fischer (Sprachen), Martin Resch (Mathematik) (v.l.n.r.)

Am Ende des ertragreichen und sehr vielfältigen Tages trafen sich alle Mitglieder des Kollegiums noch einmal in der Mensa, wo man einen abschließenden Austausch über den vergangenen Tag vornehmen konnte. Unter der Leitung von Jörg Wetzel gab es für alle noch einmal die Möglichkeit der Reflexion und des Feedbacks über das Gelernte.
So war es ein rundum gelungener pädagogischer Tag, der angesichts der Herausforderungen von KI thematisch sicher sehr gut gewählt war. Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten und Leitenden, allen voran an Wolfgang Schneider, der zusammen mit Dr. Daniel Wiesler diesen pädagogischen Tag organisierte.

Auch am SBG wird KI verstärkt genutzt werden – aber hoffentlich immer auch mit einer skeptischen Grundhaltung. Wer es noch nicht wusste, weiß jetzt, dass auch neueste KIs sich immer wieder irren und sogenannte „Halluzinationen“ produzieren. Dass sie auch viel Unsinn verzapfen können – und dass sie dazu neigen, Vorurteile zu reproduzieren und ihren Benutzern zu schmeicheln. Wenn man das berücksichtigt und sie wirklich sinnvoll einsetzt, kann KI zweifelsohne auch im schulischen Bereich hilfreich sein.
(Th; alle Fotos: Th)

Umgehen mit „Künstlicher Intelligenz“ – ein wichtiger pädagogischer Tag am SBG