Die Theater-AG des Schönborn-Gymnasiums war mit viel Spielfreude bei der Sache:
Im Vordergrund Theresa Hackstein als Prinzessin Turandot und Lenny Radziej als Prinz Kalaf

Der alte Fahrradkeller des Schönborn-Gymnasiums verwandelte sich am 9. Juni in das kaiserliche Peking. Die Theater-AG brachte mit „Turandot“ eine eigens bearbeitete Fassung der berühmten Oper von Giacomo Puccini auf die Bühne und entführte das Publikum in eine Welt voller Rätsel, Machtkämpfe und großer Gefühle.

Schon die ersten Szenen machten deutlich, dass die Zuschauer kein gewöhnliches Märchen erwartete. Mit viel Spielfreude und sichtbarer Begeisterung verkörperten die Darstellerinnen und Darsteller ihre Rollen. Im Mittelpunkt stand Theresa Hackstein als Prinzessin Turandot, die sich geschworen hat, niemals zu heiraten. Um ihre Freier fernzuhalten, stellt sie jedem Bewerber drei schwierige Rätsel – wer scheitert, muss mit seinem Leben bezahlen.

Der mutige Prinz Kalaf, gespielt von Lenny Radziej, lässt sich davon jedoch nicht abschrecken. Entgegen allen Warnungen stellt er sich der Herausforderung und setzt alles daran, Turandots Herz zu gewinnen. Unterstützt wird er dabei von Timour, dem König von Astrachan, den Lou Bürstner überzeugend auf die Bühne brachte.

Eine wichtige Rolle spielt auch Adelma, dargestellt von Alessa Knopp. Als Tochter des chinesischen Kaisers Altoum und Schwester Turandots gerät sie immer stärker in die Ereignisse am Kaiserhof hinein und verfolgt dabei ihre eigenen Ziele.

Das Herrscherpaar Altoum und Altoumi wurde von Magnus Wittemann und Katharina Sebold verkörpert. Als Eltern Turandots versuchen sie, zwischen Tradition, Verantwortung und den Konflikten innerhalb ihrer Familie zu vermitteln.

Spannung brachten außerdem Svea Schmidt als Tiana und Nora Kneer als Zelima auf die Bühne. Beide Figuren sind eng mit den Ereignissen rund um Turandot und Kalaf verbunden und beeinflussen den Verlauf der Geschichte entscheidend.

Für humorvolle und unterhaltsame Momente sorgten die Minister Ping (Cosma Wallerab), Pong (Lisa Rastätter), Pantalone (Emily Knopp) und Trufaldino (Melina Maletzki). Mit ihren Gesprächen, Kommentaren und Reaktionen lockerten sie die Handlung immer wieder auf und sorgten für zahlreiche Lacher im Publikum. Auch Jakob Diehl als Händler trug dazu bei, die Welt des kaiserlichen Pekings lebendig werden zu lassen. So entstand auf der Bühne ein abwechslungsreiches Zusammenspiel aus ernsten, spannenden und humorvollen Szenen, das die Zuschauerinnen und Zuschauer bis zum überraschenden Ende fesselte.

Neben den bekannten Figuren aus der Oper trugen auch die Souffleusen Mina Münch und Lisa Schramm sowie zahlreiche weitere Mitwirkende zum Gelingen der Aufführung bei. Eindrucksvoll war zu sehen, mit wie viel Engagement und Konzentration die Schülerinnen und Schüler ihre Rollen ausfüllten.

Spannend blieb die Handlung bis zum Schluss. Anders als in Puccinis Originalfassung entschied sich die Theater-AG für ein eigenes Ende: Nach dramatischen Ereignissen und dem Tod Turandots durch Tiana nimmt sich schließlich auch Kalaf das Leben. Adelma übernimmt daraufhin den Platz ihrer Schwester. Diese überraschende Wendung sorgte für einen eigenen Schluss und zeigte, dass die Theater-AG den bekannten Stoff kreativ weiterentwickelt hatte.

Zur besonderen Atmosphäre trugen auch die vielen Helferinnen und Helfer hinter den Kulissen bei. Die Musik wurde von Arno Schaude (K2), Noah Sitzler (K1), Rasmus Friese (K1), Jakob Diehl (Kl. 10), Kevin Seifert (K2), Isabell Schneider (Kl. 8), Rebekka Zimmermann (Kl. 7), Marie Scholz (Kl. 7), Carina Riedel (Kl. 6) und Said Kul (Kl. 5) gestaltet und verlieh vielen Szenen zusätzliche Wirkung. Für Licht und Technik waren Valentina Köhler und Kai Baumann (Kl. 10) verantwortlich. Mit ihren Effekten verwandelten sie den alten Fahrradkeller immer wieder in einen geheimnisvollen Schauplatz zwischen Palast, Kerker und Rätselkammer.

Die „Pink Bowlers“ unter der Leitung von Barbara Lehrian trugen zur besonderen Atmosphäre bei.

Auch außerhalb der Bühne leisteten zahlreiche Unterstützer wertvolle Arbeit. Die BK-Lehrerin Frau Shirazi verwandelte gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern die Kellerbühne in ein atmosphärisches Peking. Die Gestaltung des Plakats übernahm Lisa Schramm (Kl. 10). Herr Speder kümmerte sich um die Organisation der Unterrichtsstunden und Herr Schuhmacher stand bei Auf- und Umbauarbeiten stets tatkräftig zur Seite.

Besonders beeindruckend war die große Zahl der Beteiligten. Mehr als fünfzig Schülerinnen und Schüler wirkten an der Produktion mit und machten deutlich, wie viel Teamarbeit hinter einer solchen Aufführung steckt. Ein großes Lob gilt daher den Leiterinnen Barbara Lehrian und Claudia Heim, die es erneut geschafft haben, so viele junge Menschen für das Theater zu begeistern und zu motivieren.

Das Plakat wurde von Lisa Schramm (Klasse 10 b) gestaltet

Der langanhaltende Applaus am Ende zeigte, dass sich die Arbeit gelohnt hatte. So wurde der alte Fahrradkeller für einen Abend zum kaiserlichen Peking – und bewies einmal mehr, dass große Theatermomente manchmal dort entstehen, wo man sie am wenigsten erwartet.

(Kai Baumann)

„Turandot“ – eine gelungene eigene Fassung der Theater-AG am SBG